Licht und Schatten
Licht sehen, bevor wir es fotografieren
Fotografie ist ohne Licht nicht möglich. Trotzdem nehmen wir das Licht in unserer Umgebung oft nur beiläufig wahr.
Dabei verändert es, was wir sehen:
Es lässt Formen hervortreten, schafft Schatten, gliedert Räume und beeinflusst die Wirkung einer Situation.
Licht bewusst wahrnehmen
Licht ist ständig in Bewegung. Die Richtung der Sonne verändert sich, Schatten wandern und Helligkeiten verschieben sich. Eine alltägliche Situation kann dadurch zu unterschiedlichen Zeiten völlig anders wirken.
Für die fotografische Arbeit lohnt es sich deshalb, nicht nur nach einem Motiv zu suchen, sondern zunächst das vorhandene Licht zu beobachten.
Wo ist es hell?
Wo bleibt etwas im Schatten?
Welche Bereiche werden hervorgehoben und welche verschwinden?
Licht und Schatten gestalten
Licht und Schatten stehen immer miteinander in Beziehung. Sie können Formen sichtbar machen, Flächen voneinander trennen, Tiefe erzeugen oder den Blick durch ein Bild führen.
Dabei kann auch der Schatten selbst zum Motiv werden. Ein Gegenstand muss nicht vollständig sichtbar sein, damit seine Wirkung im Bild erkennbar bleibt.
Entscheidend ist nicht, welches Licht grundsätzlich richtig ist. Entscheidend ist, was das Licht mit der Situation macht und welche Wirkung daraus für das Bild entsteht.
Der richtige Moment
Manchmal ist eine Lichtsituation nur für wenige Augenblicke interessant. Ein Lichtstrahl erreicht eine Fläche, ein Schatten verändert seine Form oder eine vertraute Szene wird für einen kurzen Moment anders sichtbar.
Fotografie kann deshalb auch bedeuten, zu beobachten und zu warten.
Nicht immer entsteht das Bild dadurch, dass wir sofort auslösen. Manchmal entsteht es dadurch, dass wir erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist.
Vom Licht zum Bild
Die vorhandene Lichtsituation ist erst der Ausgangspunkt. Mit unserem Standpunkt, dem Ausschnitt und dem Zeitpunkt entscheiden wir, wie viel Licht und Schatten im fertigen Bild sichtbar werden.
So wird Licht von einer vorhandenen Eigenschaft der Umgebung zu einem fotografischen Gestaltungsmittel.
Praktisch arbeiten
Das Kapitel „Licht und Schatten“ verbindet Wahrnehmung und fotografische Gestaltung.
Fünf Übungen führen vom bewussten Beobachten des Lichts über Richtung, Form und Kontrast bis zum gezielten Einsatz von Licht und Schatten im eigenen Bild.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele gute Bilder zu produzieren. Entscheidend ist, zu bemerken, wie sich der eigene Blick auf Licht und Schatten verändert.
Die Übungen und die anschließende Bildbesprechung helfen dabei, Licht und Schatten bewusster wahrzunehmen, fotografische Entscheidungen zu verstehen und den eigenen Blick weiterzuentwickeln.
Mehr zum Thema Licht und Schatten
Du möchtest tiefer in das Thema einsteigen?
Im Arbeitsheft „Licht und Schatten“ werden die Inhalte dieses Kapitels ausführlicher erklärt.
Es enthält weitere Gedanken, fotografische Beispiele und fünf praktische Übungen, mit denen du das Thema selbst ausprobieren kannst.
Fotografie beginnt an diesem Punkt nicht mit der Kamera.
Sie beginnt mit der Entscheidung, anders hinzusehen.
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