„Fotografie ist für mich kein Mittel zur Dokumentation, sondern eine Art, Dinge zu sehen, die sich dem schnellen Blick entziehen.

Ich arbeite mit Körpern, Oberflächen und Fragmenten von Realität – nicht um sie zu erklären, sondern um sie zu beobachten. Oft interessiert mich weniger das Motiv selbst als das, was an ihm irritiert: eine Struktur, ein Bruch, eine Verschiebung von Nähe und Distanz.

Viele meiner Arbeiten entstehen aus einem langsamen Sehen. Aus dem Versuch, das Offensichtliche zu vermeiden und stattdessen in Zwischenräume vorzudringen – dorthin, wo Formen anfangen, ihre Klarheit zu verlieren.

Ich verstehe meine Bilder nicht als abgeschlossene Aussagen. Sie bleiben offen, manchmal unruhig, manchmal reduziert bis an die Grenze des Sichtbaren. Es geht weniger um ein Ergebnis als um einen Zustand des Betrachtens.

Was bleibt, ist eine Sammlung von Spuren: von Haut, Licht, Struktur und dem Versuch, etwas festzuhalten, das sich eigentlich entzieht.“

 

Viktor Genschel, Hildesheim

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